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Sicherheitsforum 2017, 12. Mai. 2017

Sicherheitsforum 2017: Digitalisierung. Sicherheit. Sicherheitswirtschaft.

Über die (un-)heimliche Krankheit Cyber-Attacke und wie die Grundrechte ein Update bekommen.

Prof. Marcel Kuhlmey bei der Eröffnung des 6. Sicherheitsforums an der HWR Berlin

Großer Andrang beim 6. Sicherheitsforum an der HWR Berlin: „Digitalisierung. Sicherheit. Sicherheitswirtschaft.“ am 12. Mai 2017 an der Berlin Professional School der HWR Berlin.

Prof. Dr. Jaschke, Studiengangsleiter des Masters Sicherheitsmanagement, eröffnete das Forum zum Thema Digitalisierung, indem er anmerkte, wie virulent das Thema sei. Die Ereignisse des nächsten Tages gaben ihm recht: In mindestens  150 Ländern schlugen am 13.05.2017 unbekannte Hacker zu! Herr Jaschke betonte, dass die Digitalisierung nicht nur Sicherheitsrisiken sondern auch Chancen für die Sicherheitswirtschaft mit sich bringe: Daher wurden zwei Referenten eingeladen, um über Chancen zu sprechen (Yvonne Tamborini von der Berliner Polizei und der Start-up Gründen Philipp Hommelsheim) und zwei die über die Risiken der Digitalisierung sprachen und wie man ihnen begegnen kann (Frau Prof. Dr. Lemke (HWR Berlin) und Dr. Wefing (die ZEIT)).

Keynote: Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft – Was bedeutet das für unsere individuelle und gesellschaftliche Sicherheit? (Prof. Dr. Claudia Lemke, HWR Berlin)

Prof. Dr. Lemke, HWR Berlin

„Software frisst die Welt“, zitierte Frau Lemke Marc Andreessen: Sie legte in Ihrer Keynote dar, welch unglaubliche Ausmaße die Digitalisierung angenommen hat und dass sie als Prozess unumkehrbar ist. Aber das Bewusstsein für die Gefahren der Digitalisierung sei noch nicht ausreichend vorhanden. „Cyber-Attacken sind wie krank sein, ohne dass man es merkt.“, sagte sie und warb dafür, auf allen Bildungsebenen Programmieren, oder zumindest das Denken in Prozessen und Algorithmen zu vermitteln, damit künftige Generationen auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorbereitet sind.

Smartphonebasierte automatisierte Unfallerkennungssoftware (Philipp Hommelsheim, Start-up Gründer)

Start-up Gründer Philipp Hommelsheim

Der Start-up Gründer und Absolvent des Masters Sicherheitsmanagement Philipp Hommelsheim zeigte, wie digitale Produkte Leben retten können: Seine App registriert anhand von Bewegungsdaten Unfälle und sendet selbstständig einen Notruf wenn der Fahrer dies nicht mehr selbst kann. Langfristig will er auch prognostizieren können, in welchen Situationen die Unfallgefahr steigt.

Berliner Polizei benutzt Social Media. Das Beispiel „Twittern“ (Yvonne Tamborini, Berliner Polizei)

Yvonne Tamborini, Berliner Polizei

Soziale Medien sind in den letzten Monaten oft als Plattform für unkontrollierten Hass und Hetze kritisiert worden. Yvonne Tamborini von der Berliner Polizei berichtete, wie es auch anders geht: In den Stunden nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin konnte die Twitter-Redaktion der Berliner Polizei einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Gerüchte im Keim zu ersticken und eine Panik in der Bevölkerung zu verhindern.

Die „Charta digitaler Grundrechte“ – Stand und Perspektiven (Dr. Heinrich Wefing, die ZEIT)

Dr. Heinrich Wefing von der ZEIT

„Wir brauchen ein Update für die Grundrechte“ stellte Dr. Wefing fest – ein Update wohlgemerkt, keinen Ersatz für das Grundgesetz. Das Grundgesetz geht davon aus, dass der Staat die meiste Macht hat und der Bürger deshalb per Grundrechte vor ihm geschützt werden muss. Aber sind wir nicht den großen IT-Konzernen heutzutage mindestens ebenso ausgeliefert und brauchen auch ihnen gegenüber Grundrechte? Davon gehen die Autoren der Charta digitaler Grundrechte (unter Ihnen Wefing) aus. Mit ihrer Charta wollen sie eine Diskussion anregen und im zweiten Schritt einen echten Beitrag zum Umgang der Politik mit den großen Playern unserer digitalisierten Welt leisten. Der erste Schritt ist bereits gelungen: Der Text hat eine breite und kontroverse Debatte ausgelöst, die noch andauert.

Nach vier spannenden Vorträgen, die Chancen und Risiken der Digitalisierung von sehr unterschiedlichen Richtungen aus beleuchtet haben, verabschiedete der Vize-Präsident der HWR Berlin Prof. Marcel Kuhlmey Gäste, Studierende und Alumni mit dem Fazit: „Das 6. Sicherheitsforum war ein großer Erfolg, ich freue mich schon auf das Siebte!“

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